Engelporter Kirmes - Missionsfest
Zum 26. Mal wurde am 15. August zu unserem Patrozinium, dem Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, in unserem Kloster ein Fest der Begegnung gefeiert. Aber: „Ein solches Wetter hatten die Engelporter wahrlich nicht zu ihrem Missionsfest verdient. Der Himmel zeigte sich Grau in Grau und es regnete regelrecht den ganzen Tag über Bindfäden.“ So schreibt der Reporter der Rheinzeitung. Gut, dass bei der Auflösung der Landwirtschaft die Stallungen umgebaut und für solche Feste hergerichtet worden sind.

Zahlreicher Helfer aus dem Freundeskreis von Maria Engelport, der gerne noch neue Mitglieder aufnimmt, hatten zusammen mit der Klostermannschaft alles vorbereitet, und so kamen dann doch relativ viele und unentwegte Besucher, die mit ihrem Kommen ihre starke Verbundenheit mit dem Kloster zeigen wollten. Auch Politprominenz war zu sehen. Die Stimmung auf dem Fest war eigentlich ungetrübt!

Dazu trugen zweifellos die von bewährten Mitarbeitern und Helfern vorbereiteten Speisen und die Getränke bei. Neben dem üblichen Angebot gab es ein naturtrübes Kellerbier in einem eigens für das Kloster entworfenen Krug.

Eine Tombola, die erstmalig durchgeführt wurde, fand regen Zuspruch. Privatpersonen und Unternehmen aus der Region und zum Teil auch von weit her hatten geschmackvolle und interessante Preise gestiftet, die z. T. auch wertvoll genannt werden können.
Der Missionsbasar im Zelt nebenan war nicht ganz so gut besucht, hatte aber auch eine gute Zahl von Interessenten. Dasselbe kann man vom umgestalteten Klosterladen sagen.
Dagegen fielen die Spiele für die Kinder und die Möglichkeit mit einem von Pferden gezogenen Planwagen über das Gelände des Klosters zu fahren, dem Regen zum Opfer.
Zu der guten Stimmung hatten sicher besonders die drei Musikkapellen ihren Beitrag geleistet, die über den Tag verteilt aufspielten: die Hunsrückmusikanten aus Lieg, der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Treis-Karden und der Musikverein Treis-Karden.

Der Musikverein Treis-Karden
Die Engelport Kirmes war aber immer auch ein Missionsfest. Bei allem berechtigten und dankbaren Feiern galt es, den Blick zu weiten auf die Missionsarbeit der Oblaten in der ganzen Welt, und für ein bestimmtes Projekt die Kollekten der Gottesdienste sowie einen Teil des Reinerlöses des Festes weiterzugeben. Der andere Teil sollte im Kloster verbleiben. Für dieses Jahr war Haiti in seiner Situation nach dem großen Erdbeben im Januar dieses Jahres ausgewählt worden.
Es traf sich gut, dass ein gebürtiger Haitianer, Pater Ludeger Mazile OMI, der in der Generalleitung der Oblaten in Rom für die Region Mittel- und Südamerika zuständig ist, auf seinem Besuch in Deutschland auch zu uns kam. Begleitet war er von Pater Provinzial Thomas Klosterkamp OMI, der die Predigten übersetzte.

P. Jüptner, ein deutscher Missionar in Namibia, P. Provinzial, P. Mazile und P. Wittemann am Vorabend des Festes im Klosterkeller
Wegen des Regens konnten die Gottesdienste nicht - wie sonst - an der Lourdesgrotte gefeiert werden, sondern mussten in die Klosterkirche verlegt werden. P. Mazile erinnerte an die äußerst schwierige Situation in Haiti, die noch immer geprägt ist vom Mangel, Zerstörung, Krankheiten und Hunger. Auch wenn die internationale Gemeinschaft in vorbildlicher Art und Weise Millionenbeträge für das arme Land spendete, scheint es zu haken und zu stagnieren. Es gehe nicht richtig voran, aus welchen Gründen auch immer. Leidtragende sind wie gehabt die einfachen Menschen. Die Kirche vor Ort, die zu den Hauptleidtragenden zählt, ist vielfach einziger Ansprechpartner und einzige Hoffnung. Der Glaube und das gemeinsame Gebet hat für viele in dieser schweren Zeit Orientierung und Kraft geschenkt. P. Mazile dankte den Menschen in Deutschland und in dieser Region für ihr großzügiges Herz und für ihre Spendenbereitschaft. Er machte deutlich, dass der Oblatenorden dafür sorgen würde, dass alle Spenden auch richtig ankommen und ordnungsgemäß verwendet werden. Sie würden nicht irgendwo versanden.
Tief betroffen hörten die Gottesdienstbesucher seinen plastischen und klaren Worten zu, die tiefen Eindruck zu hinterlassen schienen.
Die Kollekten und Spenden ergaben bis heute ca. 2.300,- €. Wir können nur ein von Herzen kommendes „Vergelt’s Gott!“ im Namen unserer Mitbrüder und all derer, denen letztlich diese Spenden zukommen, sagen.
Unser „Fest mit den zwei Gesichtern“ war erneut eine Gelegenheit, miteinander zu feiern, sich aber auch unserer Verantwortung für von Not, Armut und Katastrophen geplagten Menschen solidarisch zu zeigen.
P. Wolfgang Boemer OMI
SWR 3 bei „Bergmesse“ des Oblatenklosters Maria Engelport
Zum achten Mal hatte das Kloster und sein Förderverein zu dieser Feier auf dem „Bärenkopf“ oberhalb von Maria Engelport eingeladen. Inmitten einer aufgrünenden und aufblühenden Natur, mit einem herrlichen Blick in das Flaumbachtal und auf das Kloster Engelport, und mit einem nicht enden wollenden Ausblick auf die Höhen des Hunsrücks wurden die „Bergsteiger“ und Wanderer für ihre Mühen reich belohnt.
Zusammen mit den Oblatenpatres Thomas Wittemann und Thomas Kroiß sowie Diakon Otto Gerhard aus Kastellaun und gut über 200 Gläubigen feierte Superior P. Wolfgang Boemer die Hl. Messe an diesem Platz, von dem selbst der Reporter des Fernsehens die Vermutung äußerte, man könne sich dort Gott näher fühlen.
Am 1. Mai wird von der katholischen Kirche der hl. Josef als Patron der Werktätigen verehrt. P. Boemer stellte ihn als Beispiel und Vorbild dafür in den Mittelpunkt seiner Predigt, dass der Mensch sensibel und aufmerksam auf die Impulse hören kann, die Gott schenkt. Seine Träume wahrzunehmen, sie ernst zu nehmen, zu deuten und ganz praktisch umzusetzen, dadurch wurde der hl. Josef zum Diener des Lebens. Eine Aufgabe, der auch wir alle uns stellen sollten.

Die Hl. Messe konnte an einem neuen, vom Hegering Treis-Karden gestifteten massiven Holztisch gefeiert werden. Der Blick aufs Kloster und ins Tal wird jetzt durch ein Podium verbessert und gesichert. Viele Arbeitsstunden, Geld- und Sachspenden sind eingebracht worden, um dies zu ermöglichen.

Die Gitarrengruppe der Chorgemeinschaft Müden war wieder gekommen, um den Gottesdienst mitzugestalten.
Ein Team des SWR-Fernsehens war an diesen Tagen im Kloster, um Aufnahmen zu machen, die am 11. Mai in der Sendereihe „Fahr mal hin!“ um 22 Uhr auf SWR 3 gesendet werden. Auch der Aufstieg zum „Bärenkopf“ und die Hl. Messe selbst wurden gefilmt.

Im Anschluss an die Feier waren alle eingeladen in den Klosterhof zum Mittagessen und Kaffee zu kommen. Mitglieder des Fördervereins halfen bei Auf- und Abbau und bei der Bewirtung.
Die Kollekte und der Reinerlös der Bewirtung werden dem Kloster über den Förderverein für notwendige Renovierungsmaßnahmen im Außenbereich zugutekommen.
Eine feierliche Maiandacht rundete den Tag ab.
Goldenes Priesterjubiläum von Pater Johannes Beringer OMI
„Bereits seit 50 Jahren im Weinberg des Herrn und noch immer segensreich in der Seelsorge.“ So könnte man Sonntag, den 11. April 2010, überschreiben.
Im Kreise der Mitbrüder, Verwandten und Freunde konnte Pater Johannes Beringer OMI am Weißen Sonntag in einer feierlichen Heiligen Messe sein Goldenes Priesterjubiläum begehen. Aber, wie gesagt, er hat sich noch nicht auf das Altenteil zurückgezogen.
Sein Priesterberuf war und ist für ihn Berufung und Erfüllung.
Geboren wurde er am 24. Mai 1930 in der alten Schängelstadt Koblenz, wo er seine ersten kirchlichen Schritte als Messdiener in der alt-ehrwürdigen Kirche „St. Kastor“ wagte. Der Krieg hatte ihm und seiner Familie, wie so vielen anderen Menschen auch, übel mitgespielt. 1944 wurden sie ausgebombt und mussten ihre geliebte Heimat am Zusammenfluss von Mosel und Rhein verlassen und einer ungewissen Zukunft nach Thüringen entgegengehen. Bereits 1946 kam die Familie aber zurück, doch in Koblenz gab es keine intakte Wohnung mehr und so zog man nach Boppard.
Im gleichen Jahr ging Johannes Beringer an die Schule der Oblaten nach Burlo in Westfalen, dann nach Schiefbahn im Rheinland und schließlich wieder ins Westfalenland, nach Borken. Sein Abitur machte er 1954 am Städtischen Gymnasium in Borken, um danach mit seinem Noviziat, einem ersten wesentlichen Schritt der Ausbildung zum Ordensmann, im Kloster Maria Engelport zu beginnen. Nach den ersten Gelübden wechselte er nach Hünfeld bei Fulda zu den philosophischen und theologischen Studien. Die Priesterweihe als Höhepunkt seines bisherigen Lebens empfing er durch den damaligen Diözesanbischof Bolte in Hünfeld.
Nach einigen Jahren als Volksmissionar in Gelsenkirchen und in Aachen begann 1970 die Zeit als Gefängnispfarrer in Saarbrücken in der dortigen Justizvollzugsanstalt. Für immerhin rund 800 Gefangene sollte er Seelsorger sein. „Vom kleinen Strauchdieb bis zum Mörder war alles vertreten,“ schmunzelt er heute noch. Er gründete einen Gefangenenchor und kam mit ihnen des Öfteren an den Wochenenden in sein Kloster Maria Engelport, um sie auf die Freiheit vorzubereiten. Es war auch jeweils ein Sozialarbeiter oder ein Psychologe bei diesen Wochenendfahrten dabei, denn der erste Schritt zurück in die Normalität barg doch einige Risiken und Gefahren für langjährige Gefängnisinsassen. Der Jubilar freut sich: „Keiner der mir anvertrauten Menschen hat diese Maßnahmen zur Wiedereingliederung zu einem Fluchtversuch genutzt.“
1988 übernahm P. Beringer die Pfarrei Mastershausen im Hunsrück. „Wir hatten uns scheinbar gesucht und gefunden, wobei natürlich der liebe Gott auch ein glückliches Händchen hatte“, so der Originalton von Johannes. Seine wachsende Beliebtheit zeigte sich u. a. darin, dass innerhalb kurzer Zeit die Zahl der Messdiener, zusammen mit der Filiale Sosberg, von zuerst 12 Mädchen und Jungen auf stolze 93 empor schnellte.
Gesundheitliche Probleme ließen es im Jahr 2000 geraten erscheinen, die Pfarrstelle aufzugeben. Aber auch heute noch feiert er - obwohl im Ruhestand - zusammen mit einem Diakon Hl. Messen in den Kirchen von Buch, Kastellaun und seinem geliebten Mastershausen. Auch im Kloster hält er regelmäßig die Werktagsmesse und steht für Menschen zur Verfügung, die das Sakrament der Beichte empfangen wollen.

Eine große Schar von Gratulanten war am Jubiläumstag - obwohl es „Weißer Sonntag“ war - nach Engelport gekommen, um Gott für diese Jahrzehnte priesterlichen Wirkens zu danken.
In seiner Predigt zog P. Superior Wolfgang Boemer OMI zu drei Worten aus dem Evangelium des Sonntags Parallelen zum Leben des Jubilars. Ein herzhaftes „Mein Herr und mein Gott!“ hatte es geprägt und durchformt. „Friede sei mit euch!“ und „Empfangt den Heiligen Geist!“ waren Worte Jesu als Zusage an P. Beringer, der seinerseits als Priester diese Verheißungen an die Menschen weitersagen durfte.
Auch dem Jubilar wurde beim Empfang in einer Reihe von Grußworten für seine aufmerksame, liebenswürdige Art und Weise gedankt, wobei so manche Anekdote erzählt wurde, die schallendes Gelächter auslöste.

Nach seinem schönsten Erlebnis gefragt, huscht ein verschmitztes Lächeln über sein Gesicht. „Die Seelsorge mit den Gefangenen, die mir sehr oft ihr Herz ausschütteten und auch die Arbeit mit der Jugend haben mir den meisten Spaß gemacht, vor allen Dingen dann, wenn die Messdienerinnen und Messdiener selbst die Gottesdienste bei Krippenspielen, zu St. Martin, zu Nikolaus, zum Muttertag oder auch am Dreikönigsfest selbst gestalteten“, antwortet dann der knapp 80-jährige Pater. Es liegt dabei eine stille Freude auf seinem Gesicht, man merkt ihm sein erfülltes, von einem tiefen Glauben getragenes Leben an, das noch heute Vorbild und Ermutigung sein kann.

P. Wolfgang Boemer OMI
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